Nachhaltige Landnutzung im Alpenraum: Bodenschutz, Flächenmanagement und Raumplanung optimieren

EUSALP-Workshop zu Landverbrauch, Netto-Null-Flächenverbrauch, Bauwirtschaft und Entsiegelungsprojekten

Workshop #4: Brokering Spaces – Optimierung der lokalen Landnutzung in den Alpen

Der Workshop #4 im Rahmen des EUSALP Annual Forum 2025 widmete sich den zentralen Herausforderungen der nachhaltigen Landnutzung und Raumplanung im Alpenraum. Präsentiert von Alenka Smerkolj (Alpine Convention), Robert Ortner (Land Tirol), Manuela Brückner (SIR), Luca Daprà (BASIS Vinschgau Venosta), Marion Ebster-Kreuzer (CIPRA International) und Elfi Hasler (European Land Soil Alliance) beleuchtete die Veranstaltung die politischen, ökologischen und gesellschaftlichen Dimensionen des Flächenverbrauchs in den Alpen.

Strategien zur Reduktion des Landverbrauchs und Zero Net Land Take 2050

Im Fokus standen europäische und regionale Strategien zur Reduktion des Landverbrauchs, insbesondere das Ziel, den Netto-Flächenverbrauch bis 2050 auf Netto-Null (Zero Net Land Take) zu senken. Die Projekte BrokeringSpaces und ground:breaking zeigten, wie zentrale Akteure im Alpenraum konkrete Maßnahmen entwickeln, um dieses Ziel zu erreichen.

Beispiele aus Tirol, Südtirol und dem gesamten Alpenbogen verdeutlichten, wie Kreislaufwirtschaft, innovative Entsiegelungsprojekte und verhandlungsbasierte Planungsansätze neue Wege für eine ressourcenschonende und zukunftsorientierte Raumentwicklung eröffnen.

Rolle der Bauwirtschaft und lokale Umsetzung im Alpenraum

Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der Bauwirtschaft, die maßgeblich zu CO₂-Emissionen, Abfallaufkommen und Flächenverbrauch beiträgt. Der Workshop zeigte auf, wie lokale Akteure durch Transformationsprojekte und intelligente Flächenpolitik wirksam zur Bodenschonung und nachhaltigen Raumplanung beitragen können.

Rund 25 Teilnehmende aus dem gesamten Alpenraum diskutierten konkrete Lösungsansätze und Best Practices für eine verantwortungsvolle alpine Landnutzung.

Präsentationen

Weitere Informationen

Mehr Details zum Projekt BrokeringSpaces finden Sie hier: Raumplanung (BrokeringSpaces)

Informationen im Sinne des Gesetzes Nr. 124/2017, Art. 1, Absatz 125 ff.

Informationen im Sinne des Gesetzes Nr. 124/2017, Art. 1, Absatz 125 ff.

Bezugsjahr 2025

Bezeichnung Verein

Steuernummer

Bezeichnung Öffentliche Körperschaft Art der Zuwendung Betrag
Plattform Land

94136700211

Handelskammer

Land Südtirol

Mitgliedsbeitrag

Mitgliedsbeitrag

12.000 €

12.000 €

 

Tagung zur Mobilität im ländlichen Raum – 03. Dezember 2025, Pfalzen

Zukunft bewegt Land – Mobilität neu denken

Innovative Mobilitätslösungen für Gemeinden, Betriebe und Private

 

Mobilität betrifft uns alle. Sie entscheidet darüber, wie wir unseren Alltag gestalten, wie wir zur Arbeit, in die Schule oder in den Urlaub kommen – und sie prägt die Lebensqualität in unseren Dörfern und Städten gleichermaßen.
Gerade im ländlichen Raum wird Mobilität zur Herausforderung und zugleich zur Chance: Wie bleiben wir flexibel und nachhaltig? Welche Lösungen gibt es, damit alle Menschen – unabhängig von Alter, Einkommen oder Wohnort – mobil bleiben können?

 

Herbsttagung Plattform Land
Zukunft bewegt Land – Mobilität neu denken
Innovative Mobilitätslösungen für Gemeinden, Betriebe und Private
3. Dezember 2025
18:00 – 21:00 Uhr
Vereinshaus Pfalzen

 

Inhalte und Themen der Tagung

  • Ländliche Mobilität im Wandel – Herausforderungen, Lösungen und VisionenAlexandra Appel ist Bereichsleiterin Mobilität am IKEM – Institut für Klimaschutz, Energie und Mobilität und zeigt Strategien sowie bewährte Ansätze aus Forschung und Praxis, mit denen ländliche Regionen den Wandel aktiv gestalten. Ein Ausblick auf zukünftige Entwicklungen verdeutlicht zudem, wohin Mobilität sich bewegt. Hier finden Sie die Präsentation zur Ansicht: 251203_HT_1_IKEM_Appel
  • Bewegte Zukunft – Wie Südtirol Mobilität gestaltet – Harald Reiterer ist Bereichsleiter Green Mobility der STA -Südtiroler Transportstrukturen AG und gibt einen spannenden Überblick über gute Beispiele aus allen Bereichen des Mobilitätsmanagements in Südtirol. Die vorgestellten Initiativen zeigen, wie innovativ und zukunftsorientiert Mobilität in Südtirol umgesetzt werden kann. Hier finden Sie die Präsentation zur Ansicht: 251203_HT_2_STA_Reiterer
  • Mobilitätspreisträger 2025 – Die Alpitronic GmbH setzt auf ein ganzheitliches Mobilitätskonzept von E-Bike-Leasing über südtirolmobil-Pass bis hin zu Mobilitätsbeiträgen oder Parkplatzoptionen. Das Unternehmen verbindet Innovation mit Verantwortung und zeigt, wie nachhaltige Mobilität im Betrieb gelingen kann. Hier finden Sie die Präsentation zur Ansicht: 251203_HT_3_Alpitronic_Rogger
  • Netzwerk für Betriebliches Mobilitätsmanagement – Irmgard Hitthaler, Regional Management LAG Pustertal und Simon Profanter, Plattform Land. Mobilität betrifft uns alle – jeden Tag. Doch wie gelingt es, Mobilität im Unternehmen effizient, wirtschaftlich und klimafreundlich zu gestalten? Die Antwort liefert das Betriebliche Mobilitätsmanagement (BMM) – ein strategischer Ansatz, um Verkehrsaufkommen zu reduzieren, Kosten zu senken und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. Genau hier setzt das grenzüberschreitende Projekt NetWorkMob – Netzwerk für Betriebliches Mobilitätsmanagement an. Hier finden Sie die Präsentation zur Ansicht: 251203_HT_4_NetWorkMob
  • Kulturprogramm mit Zauberer Florian Ralser: Wie Mobilität bedeutet auch Zauberei Bewegung – Menschen und Dinge werden verschoben, verschwinden und tauchen an anderen Orten wieder auf – und mit ihnen verschieben sich unsere Perspektiven. Zauberei lässt uns staunen, weil sie das Alltägliche verwandelt. Mobilität tut dasselbe: Sie verwandelt Distanzen in Nähe und Stillstand in Bewegung. In beiden steckt dieselbe Magie – die Freude darüber, dass sich etwas bewegt.

Hier können Sie das Programm zur Tagung herunterladen.

 

Fotos von der Tagung

 

Mit freundlicher Untertützung der Handelskammer Bozen und der Europäischen Union.

 

Betriebliches Mobilitätsmanagement – 10 Arbeitgeber*innen für Pilotprojekt gesucht!

Praxisnahe Einblicke und Vernetzung rund um nachhaltige Mobilität

Nachhaltige Mobilitätslösungen für Arbeitgeber*innen in Tirol & Südtirol

Mobilität betrifft uns alle – jeden Tag. Doch wie gelingt es, Mobilität im Unternehmen effizient, wirtschaftlich und klimafreundlich zu gestalten? Die Antwort liefert das Betriebliche Mobilitätsmanagement (BMM) – ein strategischer Ansatz, um Verkehrsaufkommen zu reduzieren, Kosten zu senken und gleichzeitig einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Genau hier setzt das grenzüberschreitende Projekt NetWorkMob an – und Sie sind herzlich eingeladen, Teil davon zu werden:

 

Jetzt Pilotbetrieb werden – und betriebliche Mobilität neu denken!

Sie möchten nachhaltige Mobilität in Ihrem Unternehmen voranbringen – praxisnah, kostenfrei und mit professioneller Unterstützung? Dann ist das Ihre Chance: Zehn Arbeitgeber*innen aus Südtirol können sich jetzt als Pilotbetrieb für das grenzüberschreitende Projekt NetWorkMob anmelden!

Als Pilotbetrieb profitieren Sie von einem Rundum-Angebot:

  • Kostenlose, individuelle Beratung
  • Detaillierte Mobilitätsanalyse und maßgeschneiderte Umsetzungsvorschläge
  • Begleitung über ein ganzes Jahr durch erfahrene Mobilitätsexpertinnen
  • Zugang zu praxisnahen Tools wie dem „BMM-Check Light“
  • Peer-Learning mit anderen engagierten Betrieben aus Süd- und Nordtirol
  • Informationen zu aktuellen Fördermöglichkeiten und steuerlichen Vorteilen
  • Aufbau eines starken Netzwerks mit Partnerinnen in Tirol und Südtirol

Jetzt mitmachen und Vorreiterbetrieb werden! ANMELDUNG HIER BIS 8. AUGUST 2025.

 

INFO-EVENTS

„NetWorkMob – Betriebliches Mobilitätsmanagement gemeinsam gestalten“

> 24. Juli 2025, LANA (Öffentliche Bibliothek), 16:00 – 18:00 Uhr

> 16. Juli 2025, BRUNECK (Raiffeisenforum), 15:30 bis 17:00 Uhr

> 05. Juni 2025, grenzüberschreitende Online-Infoveranstaltung, 15:00 bis 16:30 Uhr

 

Weiterführende Informationen, Broschüren, Beschlüssen usw. finden Sie hier:

Diese Veranstaltungen sind Teil des Projektes NetWorkMob – Betriebliches Mobilitätsmanagement gemeinsam gestalten. Weitere Infos zum Projekt finden Sie hier www.plattformland.org/bmm sowie auf der Webseite des Klimabündnisses Tirol > Wie kann betriebliches Mobilitätsmanagement gelingen?

 

Sanieren neu gedacht: Nachhaltig bauen, regional wirtschaften und Kreisläufe stärken – Jahrestagung am 27. Mai 2025 in Truden

Klimagerechtes Sanieren als Motor für regionale Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Entwicklung – Impulse aus Praxis, Politik und Forschung

 

Klimawandel, Ressourcenknappheit und demografische Veränderungen stellen den Gebäudebereich vor große Herausforderungen – insbesondere in ländlichen Regionen. Nachhaltiges Sanieren gewinnt dabei zunehmend an Bedeutung: Es geht um mehr als nur energetische Sanierung – gefragt sind zukunftsfähige Lösungen, die regionale Kreisläufe stärken, umweltfreundliche Baustoffe fördern und bestehende Bausubstanz sinnvoll weiternutzen.

Die Jahrestagung „Sanieren neu gedacht“ zeigt auf, wie dieser Wandel gelingen kann. Im Fokus stehen konkrete Praxisbeispiele, innovative Ansätze zur Leerstandsnutzung, der Einsatz nachhaltiger Materialien und sektorübergreifende Kooperationen. Dabei wird deutlich: Wer auf Kreislaufwirtschaft, Ressourcenschonung und regionale Wertschöpfung setzt, schafft nicht nur klimagerechte Gebäude, sondern auch Impulse für lokale Wirtschaft, Lebensqualität und Gemeinschaft.

Expert*innen aus Architektur, Forschung, Verwaltung und Praxis diskutieren gemeinsam mit Vertreter*innen aus Politik und Zivilgesellschaft die Frage: Wie gelingt der Übergang von einer linearen Bauweise hin zu einem zukunftsfähigen Gebäudesektor im ländlichen Raum?

 

JAHRESTAGUNG

Sanieren neu gedacht

Stärkung regionaler Kreisläufe

Dienstag, 27. Mai 2025

9.00 – 13:00 Uhr

Truden

Sanieren ist mehr als ein Bauprojekt. Es ist ein Impuls für regionale Wertschöpfung, leistbaren Wohnraum und gelebte Nachhaltigkeit.

IMPULSE

  • “Leerstandssanierung als Motor der ländlichen Wirtschaftskreisläufe“ – Victoria Gailer, Karnische Werkstätten (A)
  • “Sanieren mit nachhaltigen Materialen“ – Gertrud Tauber, Architektin (A)
  • “Regionale Kreisläufe zwischen den Sektoren bei Sanierungen“ – Christine Pfeifer, VIVIUS

PROGRAMM & ANMELDUNG

Das PROGRAMM im Detail finden Sie hier.

 

PRÄSENTATIONEN ZU DEN REFERATEN VOM 27.05.2025

 

PRESSEMITTEILUNG ZUR JAHRESTAGUNG

250527_PM_Jahrestagung Plattform Land_Sanieren neu gedacht

 

Mit freundlicher Unterstützung von

Mitgliederversammlung: Plattform Land setzt Zukunftsimpulse für Südtirol

Plattform Land stellt Weichen für 2025: Nachhaltig sanieren, regional wirtschaften

Im Rahmen der Mitgliederversammlung 2025 hat die Plattform Land erneut betont, wie entscheidend nachhaltige Sanierung und regionale Kreisläufe für die ländliche Entwicklung in Südtirol sind. Unter dem Leitmotiv „Sanieren neu gedacht – Stärkung regionaler Kreisläufe“ rückt die Plattform die Verbindung von ressourcenschonendem Bauen und lokaler Wertschöpfung ins Zentrum.

Die Jahrestagung am 27. Mai 2025 in Truden ist ein Meilenstein: Hier diskutieren Expert:innen, Gemeinden und Engagierte konkrete Wege zur Förderung klimafreundlicher Sanierung und zur Stärkung regionaler Wirtschaftskreisläufe. Im Fokus stehen:

  • Nachhaltige Sanierung im Bestand statt umweltschädlichem Neubau
  • Verwendung lokaler, nachhaltiger Baustoffe wie Südtiroler Holz
  • Erhalt regionaler Wertschöpfungsketten durch kurze Transportwege
  • Aktive Flächennutzung & Entsiegelung als Beitrag zum Klimaschutz

Mit Projekten wie dem EU-Projekt SUSMAT oder der Sanierung des Mesnerstadls in Mölten setzt die Plattform praxisnahe Akzente für ressourcenschonendes, zukunftsfähiges Bauen in Südtirol.

Präsident Andreas Schatzer bringt es auf den Punkt: „Sanieren im Bestand muss stärker gefördert werden als Neubau. Nur so bleiben Know-how und Wertschöpfung in der Region – und wir bauen gleichzeitig klimafit.“

Durch internationale Beispiele – etwa Zuzugsförderungen in entlegenen Regionen – zeigt sich, wie innovative Maßnahmen dem Leerstand entgegenwirken und das Leben im ländlichen Raum neu beleben können.

Hier finden Sie die Pressemitteilung zur Mitgliederversammlung zum Herunterladen.

Titelbild

Beim Praxistag zu nachhaltigen Materialien in der BASIS Vinschgau zeigen Unternehmen, wie viel Potenzial in regionalen Materialien steckt. Im Fokus: Holz – ein nachwachsender Rohstoff, der in Südtirol wächst, vor Ort verarbeitet werden kann und großes Potenzial für eine funktionierende Kreislaufwirtschaft bietet.

Quelle: Simon Profanter/Plattform Land

Wettbewerb für Innovation und Nachhaltigkeit

Gewinner des Wettbewerbs „Gemeinsam für unsere Zukunft“ gekürt

Ein Wettbewerb des Raiffeisenverbandes Südtirol und der Plattform Land zur Unterstützung innovativer und nachhaltiger Projekte für ein lebenswertes Südtirol

 

Gestern wurden die drei Siegerprojekte im Rahmen der feierlichen Abschlussveranstaltung im Hotel Laurin vorgestellt und mit insgesamt 30.000 Euro prämiert. Den ersten Platz belegte die Bürger:innengenossenschaft b*coop, den zweiten ein innovatives Wohnkonzept und Platz 3 ein bedarfsgerechtes, nachhaltiges Bewässerungssystem für den Wein- und Obstbau. Das Ziel des Wettbewerbs „Gemeinsam für unsere Zukunft“ war es innovative und nachhaltige Projekte für ein lebenswertes Südtirol zu finden und auszuzeichnen.

Eine nachhaltige Zukunft braucht kreative Ideen und den Mut, neue Wege zu beschreiten. Dass Südtirol über ein enormes Innovationspotenzial verfügt, zeigte sich bereits in der zweiten Auflage des Wettbewerbs „Gemeinsam für unsere Zukunft“. Veranstaltet wurde der Wettbewerb von den Südtiroler Raiffeisenkassen in Zusammenarbeit mit der Plattform Land. „Mit diesem Wettbewerb machen die Raiffeisenkassen ihr Engagement für die Stärkung des ländlichen und urbanen Raums in Südtirol sichtbar. Als Genossenschaftsbanken wirken die Raiffeisenkassen als Motor der regionalen Entwicklung und unterstützen durch ihre Finanzierungstätigkeit gezielt die wirtschaftliche und nachhaltige Entwicklung im Marktgebiet“, erklärt Herbert Von Leon, Obmann des Raiffeisenverbandes.

27 innovative Projekte mit alltagsnahen Lösungen

Insgesamt 27 Projekte wurden eingereicht – alle mit dem Ziel, den Alltag durch innovative Lösungen zu verbessern. Die thematische Vielfalt reichte von Ernährung und regionalen Wirtschaftskreisläufen bis hin zu Mobilität und Prozessoptimierung. „Die zahlreichen Einreichungen zeigen, dass besonders der ländliche Raum ein Hotspot für Innovation und Vielfalt ist. Die Unterstützung und Sichtbarkeit für innovative Start-Ups, KMUs, Vereine und Kooperationen tragen auch in Zukunft zu einem lebendigen ländlichen Raum bei“, betont Andreas Schatzer, Präsident der Plattform Land.

Eine Fachjury wählte die drei besten Projekte aus. Die Jury bildeten Astrid Schweiggl (Bereichsleiterin Beratung & Kommunikation, Raiffeisenverband Südtirol), Carmen Plaseller (Direktorin Familienagentur), Denise Frötscher (WIFO), Elisabeth Gsottbauer (Direktorin Kompetenzzentrum Nachhaltigkeit, Freie Universität Bozen) und Matthias Bertagnolli (Geschäftsführer Plattform Land). Neben den ökologischen Aspekten berücksichtigte die Jury auch den sozialen Mehrwert und die langfristige wirtschaftliche Tragfähigkeit der eingereichten Ideen.

 

30.000 Euro Preisgeld für innovative und nachhaltige Projekte

Die Platzierung der drei Gewinnerprojekte wurde durch ein offenes Online-Voting bestimmt. Das Ergebnis:
1.    Bürger:innengenossenschaft b*coop
2.    The CUBO – Compact Urban Built Optimization
3.    Projekt Bedarfsgerechte, nachhaltige Bewässerung im Wein- und Obstbau

Die Preisgelder wurden im Rahmen der Abschlussveranstaltung vergeben: Das Siegerprojekt erhielt 15.000 Euro, das zweitplatzierte Projekt 10.000 Euro und das drittplatzierte Projekt 5.000 Euro.

Die Siegerprojekte im Porträt

Bürger:innengenossenschaft b*coop

b*coop beeindruckte die Jury mit ihrem Multi-Akteurs-Ansatz. Die Genossenschaft in Brixen vernetzt verschiedene lokale Akteure und entwickelt bedarfsgerechte Lösungen für soziale und ökologische Herausforderungen, welche die Gemeinschaft bewegen. In nur zweieinhalb Jahren wurden bereits 20 erfolgreiche Projekte umgesetzt, darunter b*vico (Förderung lokaler Produzenten), b*ici (Lasten-E-Bike-Initiative) und b*home (generationenübergreifendes Wohnen). Das Ziel von b*coop ist es, Bürger*innen aller Altersgruppen aktiv in den Innovationsprozess einzubeziehen und das Gemeinwohl zu stärken sowie auch möglichst viele Akteure wie Gemeinden, Schulen, Unternehmen und NGOs einzubinden. Karl Michaeler, Präsident der b*coop, betont: „Viele gute Ideen aus der Bevölkerung scheitern an fehlenden Strukturen. Unsere Genossenschaft bietet einen idealen Rahmen, um soziale und gemeinschaftliche Projekte umzusetzen.“

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The CUBO – Compact Urban Built Optimization

Das Projekt von Architekt Mattia Montagna konnte die Jury überzeugen, da es einen innovativen Ansatz zur Lösung der Wohnungsnot in Südtirol bietet – und das, ohne neue Flächen zu versiegeln. THE CUBO reduziert den Wohnraum auf einen kompakten Würfel von 2,20 x 2,20 x 2,20 Metern, der alle wesentlichen Funktionen einer Wohnung integriert: Küche, Bad, Stauraum und ein ausziehbares Doppelbett. Das modulare Plug-and-Play-System ermöglicht eine rasche und kostengünstige Integration in bestehende Gebäude. Neben der nachhaltigen Nutzung bestehender Bausubstanz punktet das Konzept mit ressourcenschonenden Materialien und bezahlbarem Wohnraum. „Die hohen Miet- und Immobilienpreise stellen vor allem für junge Menschen eine Herausforderung dar. Mein Ziel ist es, mit diesem Konzept komfortablen Wohnraum auf kleinstem Raum zu schaffen und so die Wohnsituation zu entspannen“, so Architekt Mattia Montagna.

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Bedarfsgerechte, nachhaltige Bewässerung im Wein- und Obstbau

Die Jury lobte dieses Projekt als innovative Lösung gegen die zunehmende Wasserknappheit. Durch die Kombination von Bodenfeuchtigkeitssensoren mit automatisierten Bewässerungssystemen wird nur bei tatsächlichem Bedarf bewässert. Stefan Raffl, Direktor der Agentur Landesdomäne Agrarbetrieb Laimburg, erklärt: „2022 haben wir begonnen, unsere Tropfbewässerung mit Sensoren zu verknüpfen, sodass nur dann Wasser abgegeben wird, wenn der Boden trocken ist – mit erstaunlichem Erfolg.“ Im extrem trockenen Jahr 2022 konnte so der Wasserverbrauch um mehr als 50 % gesenkt werden, ohne Qualitätsverluste. Neben der Schonung der Wasserressourcen bringt das System wirtschaftliche Vorteile durch reduzierte Wasser- und Energiekosten und verbessert die Bodenbedingungen nachhaltig.

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Alle Fotos: Damian Pertoll

PRAXISTAG | INNOVATIV & NACHCHALTIG SANIEREN | 28.03.2025

Kostenloser Praxistag zu nachhaltigen Baustoffe und Sanieren für Fachleute aus Architektur, Handwerk und Bauindustrie sowie alle Interessierten

Ein spannender Nachmittag voller Impulse, Experimente und Austausch rund um nachhaltiges Sanieren. Expertenvorträge, Praxisbeispiele und Live-Experimente mit Holz, Hanf und Lehm – eine Ausstellung nachhaltiger Baustoffe, ein Brandschutztest und abgerundet mit einem geselligem Umtrunk zum Austauschen und Netzwerken.

Datum: 28. März 2025

Ort: BASIS Vinschgau Venosta

Start: 14:00 Uhr

Zielgruppen: Fachleute aus Architektur, Handwerk und Bauindustrie sowie alle Interessierten.

Kostenlose Teilnahme.

 

Hier finden Sie unseren Bericht zum Praxistag > 250328_SM_Praxistag_Bericht

 

Programm

14:00 UhrBegrüßung

  • Roselinde Gunsch, Präsidentin der Bezirksgemeinschaft Vinschgau und Bürgermeisterin der Gemeinde Taufers im Münstertal (Taufers im Münstertal, I)
  • Kurt Ratschiller, Vorstandsmitglied Basis Vinschgau Venosta (Schlanders, I)

14:10 UhrPräsentation Forschungsprojekt SUSMAT > 250328_SM_Praxistag_Exner_Mallossek

  • Dagmar Exner, Institut für erneuerbare Energien, eurac research (Bozen, I)
  • André Mallossek, Plattform Land (Bozen, I)

14:20 Uhr – Impulsreferat „Nachhaltige Baustoffe: Materialien & Anwendungen“ > 250328_SM_Praxistag_DeBona

  • Stephan De Bona, Naturbau-Campus (Oschatz, D)

14:40 UhrImpulsreferat „Zusammenarbeit im nachhaltigen Bauwesen“ > 250328_SM_Praxistag_Heidi Felderer_Georg Felderer

  • Heidi Felderer & Georg Felderer, Innovationscluster für Nachhaltiges Bauen im alpinen Raum Vivius (Eppan, I)

15:00 UhrPraktische Experimente mit Naturbaustoffen

  • Holz – Holzius GmbH, Vollholzhaus (Laas, I)
  • Hanf – Schönthaler Baustoffe GmbH (Laas, I)
  • Lehm – Leipfinger-Bader GmbH, Ganzheitliches Bauen (Vatersdorf, D)

17:00 UhrBrandschutztest mit nachhaltigen Baustoffen

18:00 UhrUmtrunk & Austausch

 

Beim EU-Projekt SUSMAT geht es um die Förderung des nachhaltigen Bauens & Sanierens. Dabei wird ein besonderer Augenmerk auf die verwendeten Materialien und den gesamten Ressourcenbedarf im Laufe des Lebens eines Gebäudes gelegt. Zudem finden in 3 Gemeinden ökologische Sanierungen von Leerständen statt, die somit auch wieder genutzt werden. In Südtirol steht dabei die (Teil-)Sanierung des Mesnerstadls in Mölten an, welche im Rahmen der Plattform Land Sanierungsberatung erarbeitet wurde. Ein Beispiel für  Leerstandsmanagement.

 

Kofinanziert von der Europäischen Union im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg VI – A Italia-Österreich 2021-2027.

ONLINE WEITERBILDUNG 2025: INNOVATIV & NACHHALTIG SANIEREN

Kostenlose Online-Weiterbildungsreihe: Innovativ und nachhaltig Sanieren für Fachleute aus Architektur, Handwerk und Bauindustrie sowie alle Interessierten.

Nehmen Sie an unseren ONLINE-WEITERBILDUNGEN teil, indem Sie auf diesen ZUGANGSLINK klicken. Die Weiterbildung findet über die Verbindungsplattform ZOOM statt. Über diesen Link gelangen sie zu den jeweiligen Modulen. Der Link ist jeweils rund fünf Minuten vor Beginn der Weiterbildung aktiv.

Noch nicht angemeldet? Anmeldungen unter diesem Link.

Programm

Das Programm im Detail sowie die Präsentationen der einzelnen Referent*innen (jeweils nach den einzelnen Webinaren) finden Sie HIER.

Termine

Im Rahmen des Projekts Nachhaltig Sanieren (SUSMAT) bieten wir kostenlose Online-Weiterbildungen im Februar und März für Fachleute aus Architektur, Handwerk & Bauindustrie:

  • 12/02 – 14:00-17:00 Uhr – MODUL I – Materialien

  • 26/02 – 14:00-17:00 Uhr – MODUL II – Lebenszyklusanalyse

  • 12/03 – 14:00-17:00 Uhr – MODUL III – Netzwerkarbeit

  • 26/03 – 14:00-17:00 Uhr – MODUL IV – Förderungen

 

Kofinanziert von der Europäischen Union im Rahmen des Kooperationsprogramms Interreg VI – A Italia-Österreich 2021-2027.

 

Flächenverbrauch auf Rekordhöhe in Italien – auch in Südtirol anhaltender Anstieg

Titelbild: Der Messner Stadl im Zentrum der Gemeinde Mölten wird im Rahmen des Projekts „Nachhaltig Sanieren SUSMAT“ saniert und einer neuen öffentlichen Nutzung zugeführt.

Dringender Handlungsbedarf bei Entsiegelung und Flächenrecycling

Pressemitteilung vom 17.12.2024

 

Bozen, Dezember 2024 – Der Flächenverbrauch in Südtirol steigt weiter und bringt die Klimaziele des Landes in Gefahr. Die Plattform Land hat sich die aktuellen Daten der italienischen Umweltagentur ISPRA angeschaut: In Südtirol wurden 2023 weitere 71,11 Hektar versiegelt. Damit beträgt die versiegelte Fläche mittlerweile 20.253 Hektar – das entspricht etwa 2,74 % der gesamten Landesfläche und fast der Hälfte des potenziell besiedelbaren Gebiets. Gleichzeitig wurden in rund der Hälfte der Gemeinden keine Zuwächse verzeichnet, und acht Gemeinden können sogar einen Rückgang der versiegelten Fläche aufweisen.

„Diese Zahlen zeigen deutlich, dass wir beim Flächenschutz noch viel zu tun haben“, warnt Andreas Schatzer, Präsident der Plattform Land. „Der kontinuierliche Anstieg versiegelter Flächen verschlechtert die Lebensqualität, reduziert den Lebensraum für Pflanzen und Tiere und erhöht das Risiko von Hochwasser. Wir müssen jetzt handeln, um unsere Landschaft und die Lebensgrundlage künftiger Generationen zu schützen.“

Versiegelte Flächen belasten nicht nur die Umwelt, sondern auch das Klima und die Landwirtschaft: Die Aufheizung von Städten, die Verschlechterung der Bodenqualität und die mangelnde Grundwasserneubildung sind nur einige der Folgen. Gleichzeitig bieten Grünflächen wichtige ökologische und soziale Funktionen – von der Klimaregulierung bis hin zu Erholungsmöglichkeiten. Der sparsame Umgang mit Grund und Boden ist ein Kernziel der Raumordnungspolitik in Südtirol und der Plattform Land. Immerhin umfasst das Dauersiedlungsgebiet, also die potenziell besiedelbare Fläche, nur knapp sechs Prozent der gesamten Landesfläche (ASTAT).

Beispiel für Aufwertung, Begrünung und nachhaltige Regenwasserbewirtschaftung am Nassiriya Platz in Bozen.

Leerstände nutzen und entsiegeln – die Lösungen liegen auf der Hand

Um die im Klimaplan Südtirol definierten Ziele – darunter eine deutliche Reduzierung des Flächenverbrauchs – zu erreichen, fordert Matthias Bertagnolli, Geschäftsführer der Plattform Land, ein konsequenteres Vorgehen: „Flächenrecycling ist der Schlüssel. Wir müssen brachliegende und leerstehende Gebäude wieder nutzbar machen, anstatt weitere Flächen zu versiegeln.“

Die laufenden Leerstandserhebungen im Rahmen der Gemeindeentwicklungsprogramme bieten dafür eine wertvolle Grundlage. „Die Gemeinden haben jetzt die Chance, ihre Flächennutzung zu überdenken und nachhaltige Lösungen umzusetzen. Das Ziel ist klar: Wir müssen unseren begrenzten Raum intelligent und zukunftsorientiert nutzen. Sanieren muss immer günstiger sein als ein Neubau auf der grünen Wiese“, so Schatzer.

Wechselhafte Entwicklung des Flächenverbrauchs – aber keine Entwarnung

Die langfristigen Daten zeigen eine wechselhafte Entwicklung des Flächenverbrauchs: Zwischen 2006 und 2012 wurden jährlich etwa 40 Hektar versiegelt. Von 2012 bis 2015 stieg der jährliche Verbrauch auf über 100 Hektar – die intensivste Phase der Flächeninanspruchnahme. Seit 2018 liegt der Zuwachs stabil bei etwa 75 Hektar pro Jahr. Trotz dieser Stabilisierung bleibt die Gesamtentwicklung alarmierend, da die versiegelte Fläche kontinuierlich anwächst.

In rund der Hälfte der Gemeinden wurden keine Zuwächse verzeichnet und in den acht Gemeinden sogar ein Rückgang gemeldet: Salurn, Jenesien, Mühlwald, Kastelbell-Tschars, Innichen, Schlanders, Tiers und Sexten. In anderen Gemeinden sticht der Flächenverbrauch mit bis zu 6 Hektar besonders hervor.

Die Plattform Land appelliert, dem Flächenverbrauch entschlossen entgegenzuwirken. Nur durch nachhaltige Flächennutzung und die Wiederbelebung von Leerständen können die ehrgeizigen Ziele für Klimaschutz und Lebensqualität erreicht werden.

 

Pressemitteilung vom 27.12.2024 zum Flächenverbauch in Südtirol im Jahr 2023 (Daten der italienischen Umweltagentur ISPRA)