04.12.19 um 18 Uhr Herbsttagung „Land und Jugend“ in Neustift

Insgesamt steht der ländliche Raum in Südtirol im Vergleich mit anderen Regionen gut da. Damit dies auch zukünftig so bleibt, ist vor allem die junge Generation nach ihren Ideen für den ländlichen Raum gefragt. Dazu hat der Südtiroler Jugendring in Zusammenarbeit mit der Plattform Land mehrere Workshop-Abende mit jungen Menschen in Südtirol organisiert, auf denen die wichtigsten Themen und Ideen für die Zukunft des ländlichen Raums erarbeitet wurden. Folgende Fragen stehen im Mittelpunkt:

  • Was braucht (m)eine Gemeinde, um auch in Zukunft attraktiv für junge Menschen zu sein?
  • Sollte es eine Auszeichnung, ein Label für Gemeinden geben, die sich aktiv für junge Menschen einsetzen?
  • Wie kann man junge Menschen dazu motivieren sich für den ländlichen Raum zu engagieren?

Mehr dazu erfährt man auf der Herbsttagung am Mittwoch, den 4.12. um 18 Uhr im Bildungshaus Kloster Neustift.

Programm_Herbstveranstaltung_2019

Anmeldung bis zum 29.11.19 unter: info@plattformland.org

Marillen-Madl trifft Vinschger Bua auf der AGRIALP am 08.11.2019

Die „Plattform Land“ führt mit Unterstützung der Handelskammer ein Projekt zu lokalen Kreisläufen im Vinschgau durch. Dabei entstanden auch zwei neue Vinschger Gerichte: das „Marillen-Madl“ und der „Vinschger Bua“: Mehr zu den Gerichten und zu den Herausforderungen der lokalen Kreisläufe erfuhr man in dieser Diskussionsrunde. Am Ende der Diskussion gab es einen kurzen Poetry Slam von Hannes Huber mit Verkostung des Marillen-Madl.

v.l.n.r: Moderator André Mallossek, Direktor Valposchiavo Tourismus Kaspar Howald,
Geschäftsführer Plattform Land Ulrich Höllrigl, Lebensmittelexpertin Bettina Schmid,
Bezirkspräsident Vinschgau Andreas Tappeiner.

Im Zentrum stand die Erkenntnis, dass es sich lohnt mit Ausdauer den Weg der lokalen Kreisläufe zu gehen, da so vor allem mehr Wertschöpfung vor Ort generiert wird und der wirtschaftliche wie soziale Zusammenhalt in einer Region gestärkt wird. Gleichzeitig liegen hier auch in den Aufgaben wie Logistik, Verfügbarkeit und Preis die größten Herausforderungen, welche nur im Zusammenspiel zwischen den unterschiedlichen Akteuren aus allen Wirtschaftsbereichen als auch zwischen den Anbietern wie Kunden (seien es Einheimische oder Gäste) Schritt für Schritt gelöst werden können. Erste Betriebe in den beiden Pilotorten Schlanders und Glurns bieten demnächst schon die Vinschger Gerichte „Marillen-Madl“ und „Vinschger Bua“ an.

 

 

Nachhaltigkeit ist Jahresthema 2020

Den Erhalt der Attraktivität des ländlichen Raumes hat die Plattform Land, einem Zusammenschluss von Wirtschafts- und Sozialorganisationen, als Ziel. Auf der Herbst-Mitgliederversammlung wurde Bilanz über laufende Projekte gezogen und neue Projekte vorgestellt. Der hds ist neues Mitglied.

Als Ideengeber und Unterstützer für die Politik und die Verantwortungsträger im ländlichen Raum, so sieht sich die Plattform Land. Und das spiegelt sich auch in den laufenden und neuen Projekten wider. Seit 2017 läuft ein Projekt zum Leerstandsmanagement. „In zwölf Gemeinden werden in Abstimmung mit der Landesverwaltung die Leerstände erhoben, weitere fünf Gemeinden sind an einer Erhebung interessiert“, freute sich der Präsident der Plattform Land, Andreas Schatzer. Ziel dieses Dienstes sei, den Gemeinden einen Überblick über die Leerstände zu geben. In einem zweiten Schritt sollen die leer stehenden Gebäude wieder genutzt werden. „Das trägt wesentlich zum Flächenschutz bei.“

Ebenfalls die Raumordnung betreffen Forderungen nach mehr Unterstützung bei Wiedergewinnungsarbeiten. „Unser Vorschlag ist, bei Abbruch und Wiederaufbau von Wohngebäuden 130 m² anstatt 110 m² zu fördern, um die Nutzung von Bestandsimmobilien attraktiver zu machen“, so Schatzer. Eventuell könnte die Wiedergewinnung auch durch Steuermaßnahmen unterstützt werden.

Eine andere Maßnahme, das Projekt „Alpjobs“, stellt die Jugend im ländlichen Raum in den Mittelpunkt. „Mit Arbeitgebern und Arbeitnehmern wurden zukünftige Jobprofile für junge Menschen auf dem Land erarbeitet. Wir möchten, dass auf diese Weise passende Arbeitsplätze geschaffen werden und gleichzeitig die gefragte fachliche Qualifikation gegeben ist, damit die Menschen auf dem Land bleiben und nicht abwandern“, berichtete Schatzer. In einem weiteren Projekt, „Land & Jugend“, können junge Menschen in einem Workshop-Camp Ideen für den Ländlichen Raum entwickeln. Anfang Dezember werden die besten Ideen prämiert. Im Zuge des Projektes „Lokale Kreisläufe der Wirtschaft“ werden in den Pilotgemeinden Glurns und Schlanders Möglichkeiten zur Stärkung regionaler Kreisläufe erhoben.

Neben diesen Projekten stellte auf der Herbst-Mitgliederversammlung der Geschäftsführer der Plattform Land, Ulrich Höllrigl, auch einige neue Projekte vor, wie „Flow-Förderung Land Orte Wirtschaft“. Mit Unterstützung der Handelskammer wurden zwei Gerichte aus lokalen Rohstoffen kreiert: der „Vinschger Bua“, ein Bauerntoast aus Vinschger Rohstoffen, und das „Marillen-Madl“, eine Süßspeise aus Vinschger Marillenmarmelade, Butter und lokalem Getreide. Zu kaufen gibt es Bua und Madl demnächst in verschiedenen Geschäften in beiden Gemeinden.

Strategische Ausrichtung beschlossen
Auf Wunsch der Mitglieder wird sich die Plattform Land in Zukunft stärker dem Unternehmertum im ländlichen Raum widmen. So sollen Kompetenzzentren angedacht und Start-ups unterstützt werden. „Ein Schwerpunkt wird neben der Flächensicherung durch das Leerstandsmanagement die dezentrale Daseinsvorsorge, wie schnelles Internet oder funktionierende Basisdienste sein“, sagte Leo Tiefenthaler, der stellvertretende Präsident der Plattform Land. Auch mit dem Arbeitskräftemangel wird sich die Plattform Land beschäftigen.  Die Förderung lokaler Kreisläufe und Maßnahmen zur Verlagerung von öffentlichen Dienstleistungen auf das Land sollen auch im nächsten Jahr Schwerpunkte bleiben.

Ein besonderes Augenmerk wird die Plattform Land auf die Nachhaltigkeit legen, die sie als soziale, ökologische und ökonomische Nachhaltigkeit verstanden wissen will. Die Nachhaltigkeit in all ihren Ausprägungen wird auch das Jahresthema 2020 sein.

Dann wird auch der hds der Plattform Land angehören. „Auf der Herbst-Mitgliederversammlung ist der  Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol einstimmig als Mitglied aufgenommen worden“, freute sich Tiefenthaler. Damit steigt die Zahl der Wirtschafts- und Sozialorganisationen, die Mitglied der Plattform Land sind, auf 15.

Palabiramarkt: Neue Vinschger Gerichte vorgestellt

Im Rahmen des Plattform-Land-Projekts „KiWi – Lokale Kreisläufe der Wirtschaft“ kreierten Experten zwei Gerichte, deren Zutaten aus dem Vinschgau kommen. Bei der Eröffnung der Vinschger Palabiratage in Glurns stellten die lokalen Akteure und die Vertreter der Plattform Land gemeinsam den „Vinschger Bua“ und das „Marillen-Madl“ vor. 

„Herzhaft pikant“ und „lieblich süß“: So lassen sich die beiden Gerichte beschreiben, deren Zutaten ganzjährig im Vinschgau verfügbar sind. Der kantige „Vinschger Bua“, die Vinschger Variante des Bauerntoasts, besteht aus einem Vinschgerpaarl, der mit Stilfserkäse und Sauerkraut gefüllt ist. Für Fleischliebhaber gibt es zusätzlich noch Bauchspeck. Knusprig getoastet wird der Vinschger Bua mit Marillensenf serviert.
Für das „Marillen-Madl“ hingegen werden Vinschger Dinkel und Butter zu einem Mürbteig-Doppelkeks verbacken, der mit einem Klacks Marillenmarmelade bestrichen ist. Die beiden Gerichte sind in Zukunft bei interessierten Vinschger Gastronomiebetrieben zu haben. Beide Gerichte sollen die lokalen Wirtschaftskreisläufe im Vinschgau fördern und für regionale Lebensmittel sensibilisieren.

Konkretes Ergebnis des Projekts KiWi
Zur Eröffnung der Vinschger Palabiratage in Glurns stellten die Akteure der beiden Vinschger Pilotgemeinden des Projekts KiWi, Schlanders und Glurns, gemeinsam mit Vertretern der Plattform Land die Gerichte vor. „Hier haben wir etwas Konkretes geschaffen“, so der Präsident der Plattform Land, Andreas Schatzer. Auch der Bürgermeister von Glurns sowie die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Glurns Marketing bzw. Schlanders Marketing freuten sich über die zwei authentischen Gerichte, die den Vinschgau kulinarisch repräsentieren und die für die Gastronomen einfach umzusetzen sind. Bäuerin Monika Schwembacher, die auch bei der Kreation der Gerichte beteiligt war, bot auf dem Palabiramarkt den Gästen die Vinschger Gerichte zur Verkostung an.
Eröffnung eines zweiten Pop-up Stores in Glurns

„Der Puls sollte nun aufrechterhalten werden“, so die Vertreter der Bürgergenossenschaft Obervinschgau BGO Jürgen Wallnöfer und Michael Hofer. Die durch das Projekt KiWi initiierte Kooperation zwischen den Vinschger Akteuren solle langfristig geplant werden, damit die lokalen Kreisläufe auch nach Projektende bestehen bleiben. Die BGO spielt als Logistikpartner eine wichtige Rolle für die Auslieferung der Vinschger Produkte für die Gastronomiebetriebe. Parallel dazu hat sie bereits von Mitte Juli bis Ende August 2019 einen Pop-up Store mit lokalen Lebensmitteln in Schlanders betrieben. Ein zweiter Pop-up Store wird nun von 12. September bis 12. Oktober in einem bisher leerstehenden Geschäftslokal unter den Glurnser Lauben geöffnet haben.

Förderung der Innenentwicklung: Beispiel Streuhotel und innerörtliches Gewerbe in Neumarkt

Die Plattform Land traf sich im Juni zu einem Workshop bzgl. Förderungen der Innenentwicklung zusammen mit der zuständigen Landesverwaltung und den Pilotgemeinden Leerstandsmanagement sowie den Expertinnen und Experten vom Fachbeirat „Intelligente Flächennutzung“ in Neumarkt.

Anlässlich dieses Workshop wurden zwei Initiativen zur Förderung der Innenentwicklung vorgestellt:

  1. Bürgermeister Horst Pichler erläuterte das Modell des kürzlich eröffneten Streuhotels, bei dem leerstehende Wohnungen wieder einer Nutzung zugeführt wurden: Präsentation Streuhotel Neumarkt
  2. Zudem hat die Gemeinde Neumarkt eine entsprechende Verordnung zur Förderung des innerörtlichen Gewerbes erlassen: Verordnung Handel+Handwerk Ortskern Neumarkt

Start des Pilottests „Lokale Kreisläufe der Wirtschaft“

Am Samstag, 20. Juli 2019 wurde “da“, der 1. Pop-Up-Store (ein Pop-Up-Store ist ein kurzfristiges und provisorisches Einzelhandelsgeschäft, das vorübergehend in leerstehenden Geschäftsräumen betrieben wird) offiziell eröffnet. Bis 31. August werden dort nur frische, lokal angebaute Gemüsesorten und regional hergestellte Produkte angeboten.

Entstanden ist die Idee zu diesem Lebensmittelladen im Zuge des Projektes “Kiwi – lokale Kreisläufe der Wirtschaft“, der Plattform Land, als dessen Pilotgemeinde Schlanders, neben Glurns, fungiert.

Bereits seit 2018 arbeitet die Plattform Land mit Unterstützung der Handelskammer und in Zusammenarbeit mit Schlanders Marketing und Glurns Marketing daran, Partner aus den Wirtschaftssektoren Handel, Tourismus, Handwerk und Landwirtschaft zu finden, die sich an diesem Projekt beteiligen. Nach Gesprächen mit interessierten Betrieben und Produzenten stieß schließlich die Bürgergenossenschaft Obervinschgau (BGO) als Logistik-Partner zum Projekt. Die BGO erklärte sich bereit, für dieses Projekt die Logistik einschließlich der zentralen Bestellung und Abrechnung für biologisch und nicht biologisch hergestellte Vinschger Produkte zu übernehmen und so regionale Produzenten zu unterstützen.

Interessierte Betriebe können sich an die Bürgergenossenschaft Obervinschgau – BGO wenden: 0473 830 302 oder info@da.bz.it

Hier findet man die Teilnahmebedingungen Pilottest – KiWi für Produzenten und Abnehmer.

Vinschger Bua

BegleMarillen-Madlitend zur Eröffnung des Pop-Up-Stores, wurden von der Plattform Land auch zwei Vinschger Gerichte präsentiert. Zusammen mit der Bäuerin Monika Schwembacher und der Lebensmittelexpertin Bettina Schmid wurde die Rezeptur zweier bereits bestehender einfacher Gerichte dahingehend verändert, dass sie ganzjährig mit regional hergestellten Zutaten zubereitet werden können – die Süßspeise “Marillen-Madl“ und der deftige Gegenpart, der “Vinschger Bua“ wurden geboren.

Ziel ist es nun, dass diese Speisen in den Gastronomiebetrieben in Vinschgau – vorrangig in den beiden Pilotgemeinden –  angeboten werden und natürlich auch von der Bevölkerung bewusst für ihre Regionalität geschätzt werden.

Radiointerview Land & Leben: Erhalt des ländlichen Raumes dank neuer Formen der Altenbetreuung

Neue Formen der Altenbetreuung und des Zusammenlebens der Generationen sollen die Abwanderung vom ländlichen Raum bremsen. In Deutschland haben strukturschwache Gemeinden bereits Erfahrungen damit gemacht und bei der Tagung der Plattform Land erfolgreiche Beispiele vorgestellt. Anlässlich der diesjährigen Jahrestagung fand ein Interview mit dem ehemaligen Bürgermeister von Eichstetten (D) Gerhard Kiechle zu neuen Betreuungsformen für ältere Menschen im ländlichen Raum statt: Radiointerview Kiechle – RAI Land & Leben vom 14.07.2019 (von Minute 1:10 bis 6:00)

 

 

3. Zukunftswerkstatt 2019: das Raumordnungsgesetz im Fokus

Die Veranstaltungsreihe „Zukunftswerkstatt Südtirol“ der Handelskammer Bozen hat den Zweck, wichtige Herausforderungen für die Zukunft Südtirols zu erkennen und zu diskutieren. Am Mittwoch, 10. Juli 2019, fand in der Zimmerei/Tischlerei Aster in Jenesien das Abschlusstreffen der Veranstaltungsreihe statt, bei dem es um die Ziele des neuen Raumordnungsgesetzes ging.

Lun, Aberer, Aster, Weber, Höllrigl, Romen(c) hkDas neue Landesgesetz Raum und Landschaft tritt mit 1. Januar 2020 in Kraft und wird die bestehenden Gesetze zur Raumordnung und zum Landschaftsschutz ablösen. Ziele der Reform sind unter anderem die Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung sowie die Eindämmung der Zersiedelung und des Flächenverbrauchs. Derzeit wird an den Durchführungsverordnungen zum Gesetz gearbeitet, berichtete Frank Weber, Direktor des Ressorts Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege der Autonomen Provinz Bozen.

In sieben Pilotgemeinden (Kurtatsch, Klausen, Corvara, Ratschings, Welschnofen, Lana und Taufers im Münstertal) wird zurzeit das sogenannte Gemeindeentwicklungsprogramm erarbeitet, das in Zukunft das strategische Planungsinstrument der Gemeinde wird. Der Erstellungsprozess ist aufwendig: Unter Beteiligung von Bürger/innen und Verbänden erarbeiten die Gemeinden einen Entwurf. Als Basis dienen dabei zahlreiche Analysen wie zum Beispiel die Bevölkerungsentwicklung, Mobilitäts- und Tourismuskonzepte und die Abgrenzung des Siedlungsgebietes. Der Entwurf wird von der Landeskommission für Raum und Landschaft geprüft, erst vom Gemeinderat und anschließend von der Landesregierung genehmigt. Innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes müssen auch die restlichen Gemeinden ein solches Dokument vorlegen.

Zur Erstellung des Entwicklungsprogramms ist auch eine Leerstandserhebung notwendig, erklärt Ulrich Höllrigl, Geschäftsführer der Plattform Land. Dabei ermitteln die Gemeinden die bestehenden Leerstände und Baulücken im Gemeindegebiet, um sie möglichst wieder einer Nutzung zuzuführen. Das bildet eine weitere Möglichkeit, den Flächenverbrauch in Zukunft zu reduzieren und Ortskerne zu beleben.

Der Generalsekretär der Handelskammer, Alfred Aberer, betont: „Für die Wirtschaft ist wichtig, dass die neue Raumordnungsregelung zu einer Vereinfachung der bürokratischen Abläufe führt und die Verfahren in angemessener Zeit abgewickelt werden können.“

Die diesjährige Veranstaltungsreihe wird in Zusammenarbeit mit der Plattform Land realisiert.

Im Bild von links nach rechts: Georg Lun, Direktor des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung; Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen; Albert Aster, Geschäftsführer der Aster GmbH; Frank Weber, Direktor des Ressorts Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege; Ulrich Höllrigl, Geschäftsführer der Plattform Land und Paul Romen, Bürgermeister der Gemeinde Jenesien.

Bildnachweis: Handelskammer Bozen

2. Zukunftswerkstatt 2019: Siedlungsgrenzen und Baukommissionen im neuen Raumordnungsgesetz

Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe „Zukunftswerkstatt Südtirol“ der Handelskammer Bozen, welche in Zusammenarbeit mit der Plattform Land realisiert wird, stehen das neue Raumordnungsgesetz und dessen Neuerungen für die Südtiroler Unternehmen. Am 9. Juli fand im BASIS Innovations- und Gründerzentrum in Schlanders das zweite Event statt, wobei der Schwerpunkt auf der Einführung der Siedlungsgrenzen lag.

Publikum (c) hk_2Mit dem neuen Landesgesetz Raum und Landschaft, das mit 1. Januar 2020 in Kraft tritt, wird die Raumordnung und der Landschaftsschutz in Südtirol neu geregelt. Ziele des Gesetzes sind unter anderem die Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung sowie die Eindämmung der Zersiedelung und des Flächenverbrauchs.

In diesem Zusammenhang sieht die Reform auch eine Erhebung der bestehenden Leerstände in allen Südtiroler Gemeinden vor. Ulrich Höllrigl, Geschäftsführer der Plattform Land, erklärt, dass es beim Leerstandsmanagement um die verantwortungsvolle Nutzung des begrenzten Raums geht. Dies bietet den Gemeinden einen langfristigen Gestaltungsspielraum. Ein Pilotprojekt zum Leerstandsmanagement wurde bislang in fünf Gemeinden durchgeführt und wird nun auf weitere Gemeinden ausgeweitet.

Das Landesgesetz Raum und Landschaft fällt in den Zuständigkeitsbereich des Ressorts Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege der Autonomen Provinz Bozen. Der Ressortdirektor Frank Weber sprach als Hauptreferent des Abends über die Festlegung des Siedlungsgebietes und die Neuregelung der Baukommissionen. Unter Einbeziehung von Bürger/innen und Verbänden grenzen die Gemeinden künftig das Siedlungsgebiet ab, in dem die Bebauung verdichtet und neues Bauland ausgewiesen werden kann. Das Bauen außerhalb der Siedlungsgrenzen wird somit zur Ausnahme: Hier können nur Wirtschaftsgebäude für die Landwirtschaft, Tourismuszonen sowie Speise- und Schankbetriebe in Skigebieten geschaffen werden. Der Bauherr hat in Zukunft außerdem die Möglichkeit, sein Projekt bei einem sogenannten Baugespräch zu erklären und einen Lokalaugenschein zu verlangen, bei dem sich die Baukommission vor Ort selbst ein Bild vom Projekt machen kann.

Die Einführung der Siedlungsgrenzen zielt auf die Reduzierung des Flächenverbrauchs und der Zersiedelung ab. Wichtig ist dabei, dass diese Neuerung die wirtschaftliche Tätigkeit der Unternehmen nicht einschränkt und ihnen auch weiterhin Wachstumsmöglichkeiten geboten werden“, unterstreicht Handelskammerpräsident Michl Ebner.

Im Bild oben von links nach rechts: Georg Lun, Direktor des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung; Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen; Ulrich Höllrigl, Geschäftsführer der Plattform Land; Andreas Schatzer, Präsident des Südtiroler Gemeindeverbandes; Dieter Pinggera, Bürgermeister der Marktgemeinde Schlanders; Hannes Götsch; Projektleiter beim BASIS Innovations- und Gründerzentrum; Frank Weber, Direktor des Ressorts Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege und Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen.

Bildnachweis: Handelskammer Bozen

Referate und Radiointerview zur Jahrestagung 2019

Im Rahmen der Jahrestagung 2019 „Generationen – Leben & Wohnen auf dem Dorf“ wurden folgende Referate gehalten:

Demografischer Wandel – neue Herausforderungen und Formen für das Leben und Wohnen im ländlichen Raum, Thomas Streifeneder, EURAC

Generationengerecht leben auf dem Land, Gerhard Kiechle, Bürgermeister a.D., Eichstetten (Baden-Württemberg)

Mehrgenerationenhaus Siegerprojekt 2018, Reinhard Streng, Bürgermeister Langenfeld (Bayern)

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Zudem fand ein Forum mit Betroffenen zum Thema „Mehrgenerationen-Wohnen – (wie) geht das?“ statt:

Forum

Zum Abschluss gab es noch eine Diskussionsrunde mit Landesrätin Waltraud Deeg, Bürgermeister a.D. Gerhard Kiechle, 1. Vorsitzende des Südtiroler Jugendrings Tanja Rainer und Präsident des Verbands der Seniorenwohnheime Moritz Schwienbacher (v.l.n.r.; ganz rechts Moderator Ulrich Höllrigl):

Diskussionsrunde_2

Anlässlich der Jahrestagung wurde ein Radiointerview des Geschäftsführers Ulrich Höllrigl in der RAI ausgestrahlt: RAI Interview Generationen – Plattform Land