Gemeinsam Verantwortung übernehmen

Mit den zunehmenden Beschränkungen aufgrund der Covid-19-Pandemie häufen sich auch die – nachvollziehbaren – Stellungnahmen der betroffenen Interessengruppen.
Die Plattform Land als Interessensvertretung des ländlichen Raums ruft dazu auf, die Bedingungen für Homeoffice und Homeschooling zu verbessern und, soweit es die Situation erlaubt, Präsenz in den Schulen und der Kinderbetreuung zuzulassen. Wirtschaft und Soziales müssen sich ergänzen.

Ziel der Anti-Corona-Maßnahmen muss sein, das Wirtschaften zu ermöglichen und gleichzeitig die Beschränkungen des gesellschaftlichen Lebens inklusive der Kinderbetreuung, der Schulen und der Seniorenaktivitäten so gering wie möglich zu halten – im urbanen Raum genauso wie im ländlichen Raum. Die Plattform Land begrüßt daher die Initiative des Landes, flächendeckend Antigen-Schnelltests anzubieten. „Wir rufen alle Bürgerinnen und Bürger auf, sich testen zu lassen“, appelliert Plattform-Land-Präsident Andreas Schatzer.

Kinderbetreuungseinrichtungen und Bildungsstätten für Kinder und Jugendliche sollten offenbleiben, wie dies auch in den meisten Nachbarstaaten der Fall ist, oder rasch wieder öffnen. Die wirtschaftlichen Aktivitäten sollen, mit so wenig sozialen Kontakten wie nötig, aber so viel Arbeitsplatzerhaltung wie möglich, weitergehen. Dazu gehört eine verstärkte Verlagerung der Arbeit ins Homeoffice, wo immer dies möglich ist.
Allerdings ist Homeoffice und Homeschooling bzw. Kinderbetreuung gleichzeitig keine gute Lösung. Wenn also Betriebe offenhalten, muss auch die Frage der Kinderbetreuung beantwortet werden. Wenn es nicht möglich ist, Kitas, Kindergärten und Schulen offen zu halten, braucht es zumindest eine Notbetreuung für Kinder von allen berufstätigen Eltern. Ohne diese wird auch die Wirtschaft verstärkt Schaden leiden. „Nun müssen alle gesellschaftlichen Kräfte zusammenstehen und ihren Beitrag leisten, und zwar egal ob Bildung oder Wirtschaft, Stadt oder Land. Je mehr wir zusammenhalten, desto eher kommen wir auch wieder gemeinsam aus dieser Situation heraus“, betont Präsident Andreas Schatzer.

Plattform Land: Jahresthema 2021 ist die Innenentwicklung und der Flächenverbrauch

Die Innenentwicklung der Dörfer fördern, um weniger Flächen zu verbrauchen, damit will sich die Plattform Land im nächsten Jahr stärker beschäftigen. Auf der Mitgliederversammlung der Plattform Land, einer Allianz von 15 Wirtschafts- und Sozialorganisationen und der Landesverwaltung, wurden weiters vier laufende Projekte besprochen.

Die intelligente Flächennutzung und der Erhalt der Attraktivität des ländlichen Raumes sind die zwei Hauptanliegen der Plattform Land. Mit der Lebensqualität auf dem Land beschäftigt sich die Plattform Land u. a. im Rahmen des Projekts „FLOW“ (Förderung Land Orte Wirtschaft). Dazu wurde eine Genderstudie über die Abwanderungs- bzw. Bleibemotive im ländlichen Raum in Auftrag gegeben. „Ausbildung, Partnerschaft und Familie sowie die Arbeitsperspektiven sind die Hauptgründe für die Abwanderung von Männern und Frauen“, fasste Plattform-Land-Präsident Andreas Schatzer zusammen. Für Rückkehrer spielen zudem die Wohnmöglichkeiten eine entscheidende Rolle. Die befragten Zuwanderer in den ländlichen Raum gaben ebenfalls die Familie und die Arbeit als zentrale Entscheidungskriterien an. Die Dableiber würden am ländlichen Raum in Südtirol die Lebensqualität schätzen. Zudem halte sie der eigene Betrieb im Land. Ein Fazit der Studie, deren Ergebnisse im Detail im Dezember vorgestellt werden: „Der Kontakt der ländlichen Gemeinden mit den Abwanderern wirkt sich positiv auf die Rückwanderung aus. Abwanderung zu verhindern ist zudem eine gemeinsame Aufgabe der öffentlichen Verwaltung und der Privatwirtschaft“, so Schatzer.
Ein Pilotprojekt zu lokalen Wirtschaftskreisläufen sowie zu Vinschger Gerichten hat ebenfalls die Attraktivität des ländlichen Raumes zum Ziel. So wurden mit Unterstützung der Handelskammer Bozen der „Vinschger Bua“, ein Bauerntoast, und das „Marillen-Madl“, eine Süßspeise aus Getreide, Marillenaufstrich und Butter kreiert. Die Zutaten stammen aus dem Vinschgau. Diese zwei Gerichte sollen zukünftig verstärkt in der lokalen Gastronomie und im Handel angeboten werden und so die Sensibilität für lokale Kreisläufe stärken. Zugleich hat die Plattform Land in Absprache mit dem Handels- und Dienstleistungsverband Südtirol hds einen Fördervorschlag für kleine Nahversorgungsgeschäfte ausgearbeitet. „Diese sollen zukünftig noch stärker unterstützt werden, wenn sie Produkte mit dem Qualitätszeichen Südtirol oder mit der Marke ‚Roter Hahn‘ verkaufen“, sagte der Geschäftsführer der Plattform Land, Ulrich Höllrigl.
Zwei Projekte, die auf der Mitgliederversammlung der Plattform Land besprochen wurden, befassen sich hingegen mit der intelligenten Flächennutzung. Ziel des Projekts „Shelter“ ist es, einen Überblick über die Fördermöglichkeiten bei der Innenentwicklung bzw. bei Sanierungen zu geben und gleichzeitig die Förderungen in den Interreg-Regionen zu vergleichen. Gleichzeitig soll ein Beratungsmodell aufgebaut werden, wie es bereits in Vorarlberg angewandt wird. Ein weiteres Projekt, immer im Rahmen von „Shelter“, ist der sog. Folgekostenrechner. Damit können Gemeinden ohne größeren Aufwand die Kosten für neue Wohnbauzonen erheben und mit den Kosten für die Nutzung von Bestandsvolumen vergleichen.
Eine Initiative, die schon seit 2017 läuft und nun mit dem neuen Landesgesetz für Raum und Landschaft an Bedeutung gewonnen hat, ist das Leerstandsmanagement. „Für insgesamt 14 Gemeinden hat die Plattform Land die Leerstände erhoben. Letzthin sind mit Vahrn und Mölten zwei neue Gemeinden hinzugekommen“, berichtete Präsident Andreas Schatzer.

Heini Grandi von Coopbund hat das Modell der Bürgergenossenschaften vorgestellt, welche in Zukunft Dienste für die Allgemeinheit im ländlichen Raum übernehmen könnten. Beschlossen wurde auch, dass sich die Plattform Land mit einer Resolution zum Großraubwild äußern wird.

 

Save the date: 19.11. ab 18 Uhr – Online-Symposium Innenentwicklung

Sanierung, Aufstockung, Leerstandsmanagement und Co. sind die Themen eines Online-Symposiums, welches die IDM, die Kammer der Architekten und die Plattform Land am 19.11. ab 18 Uhr gemeinsam mit Expert*innen abhalten. Der Wirtschafts- und Lebensraum Südtirol ist stark begrenzt und deswegen muss weiterem Flächenverbrauch vorgebeugt werden. Das neue Landesgesetz für Raum und Landschaft ist ebenso Thema des Symposiums wie Aufstockungen im ländlichen und urbanen Bereich, Sanierungen und nachhaltige Rohstoffe.

Das Programm mit dem Link folgt.

Pressemitteilung: Auf dem Weg zur Nachhaltigkeit

An der Nachhaltigkeit führt kein Weg mehr vorbei, darin waren sich die Teilnehmer der heutigen Jahrestagung der Plattform Land einig. Südtirol habe dafür gute Voraussetzungen. Wo Südtirol noch nachhaltiger werden muss, welche Stolpersteine es gibt und was die Entwicklung für den ländlichen Raum bedeutet, haben Experten heute per Videokonferenz diskutiert.

Auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit im ländlichen Raum spielen die Gemeinden eine besondere Rolle, etwa durch die Unterstützung und Umsetzung von nachhaltigen Projekten, die Vernetzung von lokalen Akteuren und die Sensibilisierung der Bürgerinnen und Bürger für Umwelt- und Klimaschutzthemen, sagte Andreas Schatzer, der Präsident der Plattform Land. Auch wenn die Nachhaltigkeit ein globales Thema sei, müssten viele Probleme lokal gelöst werden.
Seit längerem schon setzt die 20.000-Einwohner-Gemeinde Bad Berleburg in Südwestfalen mit dem Projekt „Global nachhaltige Kommune“ auf Nachhaltigkeit und Partizipation. In einem fortlaufenden Beteiligungsprozess vieler lokaler Akteure, Universitäten, der Landesverwaltung und lokalen Unternehmen wurden Nachhaltigkeitsziele und die entsprechenden Maßnahmen entwickelt. So werden alle städtischen Beschlüsse auf die Nachhaltigkeit hin bewertet. Zu den vielen Maßnahmen gehören auch ein Dorferneuerungsprozess und die Weiterentwicklung der südlichen Innenstadt. „Für das Projekt und die Umsetzung ist die Gemeinde Bad Berleburg im letzten Jahr mit dem Deutschen Nachhaltigkeitspreis ausgezeichnet worden“, sagte Bürgermeister Bernd Fuhrmann. Aktuell forciere die Gemeinde das nachhaltige Bauen mit lokalem Holz.
Auch in Südtirol gibt es viele nachhaltige Vorzeigeprojekte, wie die HGV-Initiative „Südtirol Transfer“ für eine nachhaltige Mobilität oder die Aktion „local – seasonal – fair“ für einen verantwortungsbewussten Einkauf, an der die Südtiroler Bäuerinnenorganisation beteiligt ist. Ein gutes Beispiel ist auch die Bürgergenossenschaft Obervinschgau. Sie führt die Bio-Dorfsennerei Prad, verkauft auf dem Bauernmarkt lokale bäuerliche Produkte und unterstützt nachhaltige Projekte junger Menschen. Zwei kreative Handwerker kamen hingegen auf die Idee, Schildkappen aus Holz herzustellen.
Wichtig bei vielen nachhaltigen Projekten auf lokaler Ebene ist die Unterstützung durch das Land Südtirol. Die Landespolitik habe sich der Nachhaltigkeit und den UN-Nachhaltigkeitszielen verpflichtet, betonte Landeshauptmann Arno Kompatscher. Nachhaltigkeit bedeute aber nicht nur Verzicht, sondern heiße, zukünftig anders zu leben, wobei die Lebensqualität auch höher sein kann. „Wir müssen Wirtschaft und Gesellschaft teilweise neu denken und neue Lösungen finden. Südtirol ist auf dem richtigen Weg zu mehr Nachhaltigkeit.“
Der zentrale Hebel für ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit ist die Wirtschaft. Landeshauptmann Kompatscher appellierte, mehr auf lokale Kreisläufe zu setzen. Eine zentrale Bedeutung habe die Landwirtschaft. „Der Anbau wird sich dank Innovation, Technologisierung und Diversifizierung weiterentwickeln und ressourcenschonender werden. Diesen Prozess müssen wir proaktiv angehen“, so Kompatscher. Beim Tourismus müsse die Qualität vor der Quantität stehen.
Ein großes Thema ist auch die Mobilität. Hier brauche es noch mehr Angebote im öffentlichen Nahverkehr. Durch Digitalisierung und Homeoffice-Angeboten kann der Individualverkehr eingeschränkt werden. Prof. Gottfried Tappeiner wies darauf hin, dass auch die Dezentralisierung von öffentlichen Diensten und Arbeitsplätzen zu einer Verkehrsverminderung führt. Sehr gut aufgestellt ist Südtirol bei der Nutzung erneuerbarer Energien. Eine Chance für Südtirol sah Tappeiner auch in der Valorisierung der Wohnqualität und der Erholungsqualität: Beides müsse vor Ort angeboten werden.
Für Kompatscher bedeute Nachhaltigkeit auch Zugang zu Bildung, soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und eine faire Einkommensverteilung sowie Gesundheit. Alles in allem sieht Landeshauptmann Kompatscher das Land auf einem guten Weg. „Dennoch bleibt noch viel zu tun.“
Dass Nachhaltigkeit nicht nur die Städte betrifft, sondern auch den ländlichen Raum und sowohl die regionale Angebotsseite als auch die Nachfrageseite gefragt sind, erläuterte Prof. Andrè Reichel. „Wir müssen einerseits Ressourceneffizienz und regionale Wertschöpfungsketten verbessern und andererseits die Nachfrage nach nachhaltigen regionalen Gütern stärken.“ Um eine Region erfolgreich nachhaltig zu entwickeln, brauche es Mut und Offenheit für Neues sowie Menschen und Organisationen, die Initiatoren sind. „Südtirol hat gute Voraussetzungen, um zur ‚Nachhaltigkeitsregion Südtirol‘ zu werden.“
In einer abschließenden Runde diskutierten Federico Giudiceandrea (SWR-EA und Unternehmerverband Südtirol),  Irene Senfter (Ökoinstitut), Irmhild Beelen (Dachverband Gesundheit und Soziales), Wilhelm Haller (Junge Wirtschaft), Tanja Rainer (Jugendring) und Zeno Oberkofler (Fridays for future) über Südtirols Weg zu mehr Nachhaltigkeit. Das Fazit der Diskussionsrunde: Ein „Weiter-wie-bisher“ sei der falsche Weg; Nachhaltigkeit ein Prozess, der nicht ganz einfach sei und begleitet werden müsse, aber große Chancen gerade auch für die Wirtschaft biete. Dabei dürfe natürlich die Gesellschaft nicht vergessen werden.
Gedanken zur Nachhaltigkeit hat sich auch die Poetry-Slamerin Eeva Aichner gemacht.

Online-Jahrestagung „Nachhaltigkeit im ländlichen Raum“ am 22. Oktober 2020 – Referate und Interview

Unten stehend finden Sie das Programm und die 3 Hauptreferate der Jahrestagung „Nachhaltigkeit im ländlichen Raum“ der Plattform Land zum Thema der Balance zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt mit dem Fokus auf kommunale Lösungen im ländlichen Raum vom 22. Oktober 2020:

Programm Jahrestagung 2020 (aufgrund der aktuellen Entwicklung als Online-Veranstaltung durchgeführt)

1_Nachhaltigkeit im ländlichen Raum_Prof_Reichel

2_Nachhaltigkeit und Entwicklung_Prof_Tappeiner

3_Nachhaltigkeit in der ländlichen Gemeinde_BM_Fuhrmann

Ein nachfolgendes Interview mit Prof. Tappeiner in der RAI-Sendung „Land und Leben“ vom 1.11.2020 hören Sie hier: http://www.senderbozen.rai.it/de/index.php?media=Pra1604232600 (ab Min. 6:38 – 17:30)

Plattform Land befürwortet Finanzzusagen für Co-Working-Räume

Mitte September wurde im Südtiroler Landtag ein Antrag der Landtagsabgeordneten Jasmin Ladurner zur finanziellen Förderung der Co-Working-Räume behandelt. Die Plattform Land hat den Antrag zur konkreten Unterstützung des Co-Working im ländlichen Raum unterstützt, da dadurch die Peripherie aufgewertet wird, Arbeitsplätze wohnortnah geschaffen und Familien und Pendlern bessere Arbeitseinteilungen geboten werden.

„Nach den Erfahrungen der letzten Monate mit neuen Online-Werkzeugen und Arbeitsformen wird die Bedeutung des Co-Working gerade auch im ländlichen Raum immer deutlicher“, sagt Andreas Schatzer, Präsident der Plattform Land.

„Auch hochqualifizierte Menschen, darunter insbesondere auch junge Frauen bzw. Familien haben hierdurch bessere Chancen vor Ort ihrer Tätigkeit nachzugehen. Zudem trägt die Reduktion des Pendlerverkehrs zur Nachhaltigkeit bei“, betont die Landtagsabgeordnete Jasmin Ladurner.

Co-Working-Räume ermöglichen das flexible Arbeiten in Gemeinschaftsbüros, sind oftmals Ausgangspunkt für innovative Geschäftsideen und fördern den Austausch untereinander im Gegensatz zum Homeoffice. Die Einrichtung von Co-Working-Räumen schafft und erhält Arbeitsplätze gerade in der Peripherie und setzt Impulse in der Umgebung, welche diese attraktiver machen, ist die Plattform Land überzeugt.

Bereits im Februar 2020 verabschiedete der Südtiroler Landtag einen Grundsatzbeschluss zum Co-Working. Die Plattform Land hat sich in der Zwischenzeit mit weiteren Akteuren, wie der Startbase in Bruneck oder der BASIS in Schlanders ausgetauscht und auch international die gestiegene Nachfrage nach neue Arbeitsformen wie dem Co-Working beobachtet. Nicht zuletzt gibt es aktuell in mehreren Südtiroler Gemeinden, davon eine im Rahmen einer INTERREG Kooperation mit der Plattform Land, Pläne bzw. erste Schritte einen Co-Working-Raum einzurichten. Allerdings sind diese Kosten nicht allein von der Gemeinde bzw. den Betreibern zu stemmen.

„Für Co-Working-Räume eignen sich besonders leerstehende Gebäude, die derzeit von der Plattform Land im Rahmen des Leerstandsmanagements erhoben werden. Dadurch werden Leerstände wieder einer sinnvollen Nutzung zugeführt“, unterstreicht Ulrich Höllrigl, Geschäftsführer der Plattform Land. Hierbei bedarf es einer konkreten Finanzierung. Die Plattform Land hat einen Finanzierungsplan ausgearbeitet: Kernpunkt ist ein Führungskostenzuschuss von 50% in den ersten Jahren sowie die Ausstattung mit dem schnellen Internet durch das Land für Co-Working-Räume. Eventuelle räumliche Adaptierungen bei einem Leerstand können durch die Gemeinden erfolgen. Diese Finanzierung soll auch für Co-Working-Räume beim Co-Workation (eine Kombination von Co-Working und Urlaubsangeboten) sowohl für öffentliche wie private Betreiber gelten. Voraussetzung für die Förderung ist der Zugang für alle Interessierten aus der Bürgerschaft.

„Die Plattform Land steht zudem gerne als Ansprechpartner für interessierte Gemeinden aus dem ländlichen Raum zur Verfügung, die einen solchen Co-Working-Raum einrichten wollen“, sagt Höllrigl. Nun liegt es an der Landespolitik, den Schritt von der grundsätzlichen zur konkreten Unterstützung zu gehen.

Am 17. September 2020 hat nun der Südtiroler Landtag die Förderung der Co-Working-Räume beschlossen und zwar aufbauend auf den Beschlussantrag zu den „Coworking-Spaces für Südtirols Dörfer“ aus dem letzten Jahr, die Errichtung von „Coworking-Spaces“ und Gemeinschaftsbüros im Leerstand oder auf verfügbaren Flächen bestehender Betriebe in ländlichen Gemeinden Südtirols durch einen durch die Landesregierung zu definierenden Startbeitrag finanziell zu unterstützen.

Im Archivbild von Februar 2020: v.l.n.r. Geschäftsführer Ulrich Höllrigl, Landtagsabgeordnete Jasmin Ladurner, Präsident Andreas Schatzer

Terminhinweis Jahrestagung „Nachhaltigkeit im ländlichen Raum“ am 22. Oktober 2020 am Ritten

Wir freuen uns, Ihnen die Jahrestagung „Nachhaltigkeit im ländlichen Raum“ der Plattform Land zum Thema der Balance zwischen Wirtschaft, Gesellschaft und Umwelt mit dem Fokus auf kommunale Lösungen im ländlichen Raum am Donnerstag, 22. Oktober 2020 von 9:00 bis 13:00 Uhr, anzukündigen und laden Sie schon jetzt herzlich dazu ein!

 

Die Jahrestagung findet im Haus der Familie in Lichtenstern am Ritten statt.

 

Die Einladung samt Tagesordnung folgt zu einem späteren Zeitpunkt.

Präsentationen Webinar Leerstandsmanagement vom 26. August

Nachdem nun das neue Gesetz zu Raum und Landschaft in Kraft getreten ist, hat die Plattform Land in Absprache mit dem Ressort für Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege sowie dem Südtiroler Gemeindenverband und der Kammer der Architekten ein Webinar zum Leerstandsmanagement (einschließlich Siedlungsgrenze) für die Gemeinden in Südtirol am 26. August veranstaltet.

Programm Webinar Leerstandsmanagement

Präsentation Gemeindeentwicklungsprogramm und Siedlungsgrenze, Frank Weber

Präsentation Leerstandsmanagement, Ulrich Höllrigl

Allfällige Fragen zum neuen Gesetz finden Sie bei den FAQs hier: http://www.provinz.bz.it/natur-umwelt/natur-raum/rechtsgrundlagen.asp#collapse900

Spezifische Fragen zum Einheitsschalter Bauwesen finden Sie hier: https://www.gvcc.net/de/SUE_-_ESB_Einheitsschalter_fuer_das_Bauwesen_3

 

Tag der Innenentwicklung in Taufers i.M.

Lernen durch beste Beispiele. Dies ist ein erfolgsversprechender Weg auch in der Gemeinde Taufers im Münstertal, wo die Plattform Land am 1. August 2020 den Tag der Innenentwicklung abhielt. Insgesamt gibt es in Taufers 30 leerstehende und 35 nur teilweise genutzte Wohneinheiten. Anhand eines konkreten Sanierungsbeispiels wurden den Interessierten gezeigt, wie man den Leerstand in den Griff bekommt und für eine bessere Dorf(innen)entwicklung nutzen kann.

Sanierungsbeispiel Taufers

Bauherrin Kirsten Scholz präsentierte gemeinsam mit dem Architekten Ivan Zanzotti das kürzlich sanierte 3,5-stöckige Wohnhaus mit 230 qm Wohnfläche. Zudem stand im Anschluss an den Rundgang Architekt Daniele Capra für Erstberatungen im Hinblick auf Sanierungen den Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung.

Nur über eine kontinuierliche Aufklärung und Beratung lassen sich mehr solcher besten Beispiele für die Sanierung und letztlich für einen verantwortungsvollen Umgang mit der Fläche in der Heimat erreichen. Die Plattform Land unterstützt dies in mehreren Pilotgemeinden mit dem Leerstandsmanagement.

Einen ausführlichen Bericht mit weiteren Bildern finden Sie in der Ausgabe des „Der Vinschger“ vom 6.8.20 auf Seite 10-11.

 

Familie & Beruf in Zeiten von Homeoffice und Homeschooling – Online-Diskussion vom 24. Juni

Berufstätigkeit, Partnerschaft, Elternschaft: Die Last der Bewältigung dieses Spagates wird oftmals maßgeblich von Frauen getragen. Die Digitalisierung der Arbeit, wie beispielsweise die Möglichkeit von Smart Working wird als Chance der Vereinbarkeit von Familie und Beruf gesehen. Auch in ländlichen Räumen können digitale Arbeitsmodelle positiv auf die weibliche Beschäftigungssituation einwirken. Im familiären Umfeld kann das Homeoffice jedoch zu einer stärkeren Belastung führen. 

Referate und Online-Diskussion vom 24. Juni 2020

1. Philipp Corradini – Einführung

2. Michaela Schafferhans – Digitalisierung der Arbeit

3. Barbara Plagg – Mutti macht das schon – Situation in Südtirol

Pressemitteilung_Kinderbetreuung und Chancengleichheit im ländlichen Raum

In der Diskussionsrunde diskutierten u.a. Landesrätin Deeg, Landesschuldirektorin Falkensteiner, Abteilungsdirektorin Wirtschaft Defant, Unternehmerverbandsdirektor Negri, Jugendring Geschäftsführer Hofer, Koordinatorin Allianz für die Familie Ladurner.

Insbesondere in der aktuellen Situation erhöht sich die Komplexität in der Bewältigung dieses Spagates. Berufstätige Eltern unterstützen nebenher ihre Kinder 24 Stunden und fördern deren Ausbildung.

  • Wird nun die Kinderbetreuung in den Sommerferien – trotz erster Betreuungsangebote – Eltern und vor allem Frauen stärker belasten oder gibt es weitere Unterstützungsangebote?
  • Was ist notwendig, um den regulären Schulbeginn – nicht nur am Vormittag – ab September zu gewährleisten? 
  • Welche Chancen ergeben sich für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch die beschleunigte Digitalisierung der Arbeit? 

Veranstalter: Plattform Land und EURAC Research mit Unterstützung des Südtiroler Wirtschaftsrings, des Südtiroler Jugendrings und der Handelskammer im Rahmen des Projekts FLOW.