Förderung der Innenentwicklung: Beispiel Streuhotel und innerörtliches Gewerbe in Neumarkt

Die Plattform Land traf sich im Juni zu einem Workshop bzgl. Förderungen der Innenentwicklung zusammen mit der zuständigen Landesverwaltung und den Pilotgemeinden Leerstandsmanagement sowie den Expertinnen und Experten vom Fachbeirat „Intelligente Flächennutzung“ in Neumarkt.

Anlässlich dieses Workshop wurden zwei Initiativen zur Förderung der Innenentwicklung vorgestellt:

  1. Bürgermeister Horst Pichler erläuterte das Modell des kürzlich eröffneten Streuhotels, bei dem leerstehende Wohnungen wieder einer Nutzung zugeführt wurden: Präsentation Streuhotel Neumarkt
  2. Zudem hat die Gemeinde Neumarkt eine entsprechende Verordnung zur Förderung des innerörtlichen Gewerbes erlassen: Verordnung Handel+Handwerk Ortskern Neumarkt

Radiointerview Land & Leben: Erhalt des ländlichen Raumes dank neuer Formen der Altenbetreuung

Neue Formen der Altenbetreuung und des Zusammenlebens der Generationen sollen die Abwanderung vom ländlichen Raum bremsen. In Deutschland haben strukturschwache Gemeinden bereits Erfahrungen damit gemacht und bei der Tagung der Plattform Land erfolgreiche Beispiele vorgestellt. Anlässlich der diesjährigen Jahrestagung fand ein Interview mit dem ehemaligen Bürgermeister von Eichstetten (D) Gerhard Kiechle zu neuen Betreuungsformen für ältere Menschen im ländlichen Raum statt: Radiointerview Kiechle – RAI Land & Leben vom 14.07.2019 (von Minute 1:10 bis 6:00)

 

 

3. Zukunftswerkstatt 2019: das Raumordnungsgesetz im Fokus

Die Veranstaltungsreihe „Zukunftswerkstatt Südtirol“ der Handelskammer Bozen hat den Zweck, wichtige Herausforderungen für die Zukunft Südtirols zu erkennen und zu diskutieren. Am Mittwoch, 10. Juli 2019, fand in der Zimmerei/Tischlerei Aster in Jenesien das Abschlusstreffen der Veranstaltungsreihe statt, bei dem es um die Ziele des neuen Raumordnungsgesetzes ging.

Lun, Aberer, Aster, Weber, Höllrigl, Romen(c) hkDas neue Landesgesetz Raum und Landschaft tritt mit 1. Januar 2020 in Kraft und wird die bestehenden Gesetze zur Raumordnung und zum Landschaftsschutz ablösen. Ziele der Reform sind unter anderem die Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung sowie die Eindämmung der Zersiedelung und des Flächenverbrauchs. Derzeit wird an den Durchführungsverordnungen zum Gesetz gearbeitet, berichtete Frank Weber, Direktor des Ressorts Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege der Autonomen Provinz Bozen.

In sieben Pilotgemeinden (Kurtatsch, Klausen, Corvara, Ratschings, Welschnofen, Lana und Taufers im Münstertal) wird zurzeit das sogenannte Gemeindeentwicklungsprogramm erarbeitet, das in Zukunft das strategische Planungsinstrument der Gemeinde wird. Der Erstellungsprozess ist aufwendig: Unter Beteiligung von Bürger/innen und Verbänden erarbeiten die Gemeinden einen Entwurf. Als Basis dienen dabei zahlreiche Analysen wie zum Beispiel die Bevölkerungsentwicklung, Mobilitäts- und Tourismuskonzepte und die Abgrenzung des Siedlungsgebietes. Der Entwurf wird von der Landeskommission für Raum und Landschaft geprüft, erst vom Gemeinderat und anschließend von der Landesregierung genehmigt. Innerhalb von zwei Jahren nach Inkrafttreten des Gesetzes müssen auch die restlichen Gemeinden ein solches Dokument vorlegen.

Zur Erstellung des Entwicklungsprogramms ist auch eine Leerstandserhebung notwendig, erklärt Ulrich Höllrigl, Geschäftsführer der Plattform Land. Dabei ermitteln die Gemeinden die bestehenden Leerstände und Baulücken im Gemeindegebiet, um sie möglichst wieder einer Nutzung zuzuführen. Das bildet eine weitere Möglichkeit, den Flächenverbrauch in Zukunft zu reduzieren und Ortskerne zu beleben.

Der Generalsekretär der Handelskammer, Alfred Aberer, betont: „Für die Wirtschaft ist wichtig, dass die neue Raumordnungsregelung zu einer Vereinfachung der bürokratischen Abläufe führt und die Verfahren in angemessener Zeit abgewickelt werden können.“

Die diesjährige Veranstaltungsreihe wird in Zusammenarbeit mit der Plattform Land realisiert.

Im Bild von links nach rechts: Georg Lun, Direktor des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung; Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen; Albert Aster, Geschäftsführer der Aster GmbH; Frank Weber, Direktor des Ressorts Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege; Ulrich Höllrigl, Geschäftsführer der Plattform Land und Paul Romen, Bürgermeister der Gemeinde Jenesien.

Bildnachweis: Handelskammer Bozen

2. Zukunftswerkstatt 2019: Siedlungsgrenzen und Baukommissionen im neuen Raumordnungsgesetz

Im Mittelpunkt der diesjährigen Veranstaltungsreihe „Zukunftswerkstatt Südtirol“ der Handelskammer Bozen, welche in Zusammenarbeit mit der Plattform Land realisiert wird, stehen das neue Raumordnungsgesetz und dessen Neuerungen für die Südtiroler Unternehmen. Am 9. Juli fand im BASIS Innovations- und Gründerzentrum in Schlanders das zweite Event statt, wobei der Schwerpunkt auf der Einführung der Siedlungsgrenzen lag.

Publikum (c) hk_2Mit dem neuen Landesgesetz Raum und Landschaft, das mit 1. Januar 2020 in Kraft tritt, wird die Raumordnung und der Landschaftsschutz in Südtirol neu geregelt. Ziele des Gesetzes sind unter anderem die Sicherung einer nachhaltigen Entwicklung sowie die Eindämmung der Zersiedelung und des Flächenverbrauchs.

In diesem Zusammenhang sieht die Reform auch eine Erhebung der bestehenden Leerstände in allen Südtiroler Gemeinden vor. Ulrich Höllrigl, Geschäftsführer der Plattform Land, erklärt, dass es beim Leerstandsmanagement um die verantwortungsvolle Nutzung des begrenzten Raums geht. Dies bietet den Gemeinden einen langfristigen Gestaltungsspielraum. Ein Pilotprojekt zum Leerstandsmanagement wurde bislang in fünf Gemeinden durchgeführt und wird nun auf weitere Gemeinden ausgeweitet.

Das Landesgesetz Raum und Landschaft fällt in den Zuständigkeitsbereich des Ressorts Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege der Autonomen Provinz Bozen. Der Ressortdirektor Frank Weber sprach als Hauptreferent des Abends über die Festlegung des Siedlungsgebietes und die Neuregelung der Baukommissionen. Unter Einbeziehung von Bürger/innen und Verbänden grenzen die Gemeinden künftig das Siedlungsgebiet ab, in dem die Bebauung verdichtet und neues Bauland ausgewiesen werden kann. Das Bauen außerhalb der Siedlungsgrenzen wird somit zur Ausnahme: Hier können nur Wirtschaftsgebäude für die Landwirtschaft, Tourismuszonen sowie Speise- und Schankbetriebe in Skigebieten geschaffen werden. Der Bauherr hat in Zukunft außerdem die Möglichkeit, sein Projekt bei einem sogenannten Baugespräch zu erklären und einen Lokalaugenschein zu verlangen, bei dem sich die Baukommission vor Ort selbst ein Bild vom Projekt machen kann.

Die Einführung der Siedlungsgrenzen zielt auf die Reduzierung des Flächenverbrauchs und der Zersiedelung ab. Wichtig ist dabei, dass diese Neuerung die wirtschaftliche Tätigkeit der Unternehmen nicht einschränkt und ihnen auch weiterhin Wachstumsmöglichkeiten geboten werden“, unterstreicht Handelskammerpräsident Michl Ebner.

Im Bild oben von links nach rechts: Georg Lun, Direktor des WIFO – Institut für Wirtschaftsforschung; Michl Ebner, Präsident der Handelskammer Bozen; Ulrich Höllrigl, Geschäftsführer der Plattform Land; Andreas Schatzer, Präsident des Südtiroler Gemeindeverbandes; Dieter Pinggera, Bürgermeister der Marktgemeinde Schlanders; Hannes Götsch; Projektleiter beim BASIS Innovations- und Gründerzentrum; Frank Weber, Direktor des Ressorts Raumentwicklung, Landschaft und Denkmalpflege und Alfred Aberer, Generalsekretär der Handelskammer Bozen.

Bildnachweis: Handelskammer Bozen

Referate und Radiointerview zur Jahrestagung 2019

Im Rahmen der Jahrestagung 2019 „Generationen – Leben & Wohnen auf dem Dorf“ wurden folgende Referate gehalten:

Demografischer Wandel – neue Herausforderungen und Formen für das Leben und Wohnen im ländlichen Raum, Thomas Streifeneder, EURAC

Generationengerecht leben auf dem Land, Gerhard Kiechle, Bürgermeister a.D., Eichstetten (Baden-Württemberg)

Mehrgenerationenhaus Siegerprojekt 2018, Reinhard Streng, Bürgermeister Langenfeld (Bayern)

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Zudem fand ein Forum mit Betroffenen zum Thema „Mehrgenerationen-Wohnen – (wie) geht das?“ statt:

Forum

Zum Abschluss gab es noch eine Diskussionsrunde mit Landesrätin Waltraud Deeg, Bürgermeister a.D. Gerhard Kiechle, 1. Vorsitzende des Südtiroler Jugendrings Tanja Rainer und Präsident des Verbands der Seniorenwohnheime Moritz Schwienbacher (v.l.n.r.; ganz rechts Moderator Ulrich Höllrigl):

Diskussionsrunde_2

Anlässlich der Jahrestagung wurde ein Radiointerview des Geschäftsführers Ulrich Höllrigl in der RAI ausgestrahlt: RAI Interview Generationen – Plattform Land