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Land erkennt Chance von Coworking – gezielte Förderungen nötig

Bereits seit vergangenem Jahr liegt ein gemeinsamer Vorschlag von Plattform Land und startbase Südtirol vor, das Coworking in Südtirol – vorrangig in einem Leerstand – zu fördern. Dieser Fördervorschlag konkretisiert den Landtagsbeschluss zum Coworking von September 2020. Coworking Spaces sollen in den ersten drei Jahren bei den Führungskosten unterstützt werden.

Plattform Land, startbase und CoworkationALPS begrüßen den aktuellen Beschluss der Landesregierung, das Thema Coworking anzugehen, den Bedarf zu erheben und Leerstände vorrangig einzubeziehen. Der Präsident der Plattform Land, Andreas Schatzer, betont: „Gerade bei leerstehenden Gebäuden bietet es sich an, eine Wiederverwendung zum Wohle der örtlichen Gemeinschaft anzustreben. Dazu müssten auch entsprechende Mittel bereitgestellt werden.“ Marion Niederkofler von startbase, Südtirols größtes Coworking-Netzwerk, erinnert in diesem Zusammenhang nochmal an den konkreten gemeinsamen Fördervorschlag: „Eine Förderung am Anfang ist wichtig, da gerade die Aufbauphase am heikelsten ist“.

Ulrich Höllrigl, Geschäftsführer der Plattform Land, unterstreicht: „Plattform Land erhebt gemeinsam mit Gemeinden im Rahmen des Leerstandsmanagements leerstehende Gebäude. Dies sollte mit der Landesinitiative zu Coworking verknüpft werden.“ Gemeinsam schlagen daher Plattform Land, startbase und coworkationALPS vor, einen Führungskostenzuschuss von 50% in den ersten drei Jahren zu gewähren, sowie die Ausstattung mit schnellem Internet für Coworking-Räume durch das Land mitzufinanzieren. Diese Finanzierung soll auch für Coworking-Räume im Bereich Coworkation (Verbindung von Arbeit und Urlaub/Freizeit) für öffentliche wie für private Betreiber gelten. Voraussetzung für die Förderung sei der Zugang für alle interessierten Bürgerinnen und Bürger. Diese Förderung soll gleichzeitig mit der Bedarfserhebung beschlossen werden, so dass man unmittelbar danach in die konkrete Umsetzung gehen kann. Seit 2020 hat die Plattform Land dies auch gemeinsam mit der Landtagsabgeordneten Jasmin Ladurner immer wieder eingebracht.

Wird Arbeit aus dem Betrieb oder dem Standort ausgelagert, braucht es freilich Alternativen zum gemeinschaftsstiftenden Alltag im Büro. Moderne Formen wie Coworkation halten dementsprechend auch hierzulande Einzug in die Unternehmen und bieten außerdem einen neuen, interessanten Aspekt für die Regionalentwicklung. Der überregionale Verein CoworkationALPS unterstützt diese Entwicklung, indem er ein alpenweites Netzwerk aufbaut und beratend agiert. Veronika Engel, Vorstandsvorsitzende von CoworkationALPS: „Gerade in Zeiten von zunehmendem smart working in den Unternehmen sind alternative Konzepte wie Coworkation essenziell, um kreativ und produktiv im Team zu arbeiten. Dies wird unser aktuelles Verständnis der Arbeitswelten nachhaltig im Alpenraum beeinflussen.“

Zu den Bedarfen und Chancen in Südtirol siehe auch die gemeinsame Coworking-Onlineveranstaltung von Februar 2021.